Interkulturelles Coaching

Interkulturelles Coaching ist eine effiziente Personalentwicklungsmaßnahme

Interkulturelles Coaching ist eine Maßnahme der individuellen Persönlichkeitsentwicklung für Fach- und Führungskräfte. Es stärkt die interkulturelle Kompetenz, eine unerlässliche und kulturübergreifende Fähigkeit im Arbeitsalltag, in IT-Projekten über Ländergrenzen hinweg sowie u.a. im internationalen Vertrieb.

Interkulturelles Coaching ist vorerst nicht zwingend kultur- oder landesspezifisch. Es schließt jedoch interkulturelle Kommunikation mit ein, die wiederum von der individuellen und kulturellen Wahrnehmung aller Beteiligten gefärbt ist. Im Kommunikationsprozess spielt die Wahrnehmung jedes einzelnen Beteiligten eine entscheidende Rolle und beeinflusst die Zusammenarbeit.


 Man kann davon ausgehen, dass jede beteiligte Person unbewusst ihr eigenes kulturgeprägtes Wahrnehmungs-, Denk- und Wertesystem in die Interaktion mit anderen einbringt und dieses nicht relativiert (1), wodurch weitreichende Kommunikationsstörungen in Projekten, im Vertrieb oder ganz einfach im Alltag entstehen können. Dies belegt auch den persönlichen Charakter interkultureller Herausforderungen.


Als Coach helfe ich Ihnen, ausgehend von Ihrem Beratungsanlass, Ihr Bewusstsein für diese Wahrnehmungsthemen zu schärfen durch das systematische Antrainieren des interkulturellen Bewusstseins. Auf Englisch aktiviere ich in Ihnen Cross-Cultural Awareness, Lösungsansätze und Ressourcen, um sie anschließend mental in die Problemsituation zu integrieren, sie zu überprüfen und erfolgreich umzusetzen. Dabei bleiben Sie sich und Ihren Werten immer treu.

Interkulturelles Coaching befähigt dazu,

  • in interkulturellen Situationen angemessen zu handeln,
  • die Führungskompetenz zu stärken,
  • Veränderungen einzuleiten,
  • Konflikte besser zu lösen,
  • Geschäftsbeziehungen nachhaltig aufzubauen,
  • Blockaden zu lösen,
  • Risiken von Fehlentscheidungen zu minimieren,
  • das Verständnis für andere Kulturen zu verbessern,
  • über die eigenen Denk- und Verhaltensmuster zu reflektieren.

 Bild: Doppelgesichtiger Januskopf (hier nur ein Gesicht zu sehen), entworfen von Tomi Ungerer.
Das Monument steht in der Nähe der Staatsoper in Strasbourg, Frankreich. Symbol des positiven Einflusses zweier Kulturen, ggf. aber auch deren beider negativen Machtgelüste.
Foto © J.-Frédéric Kaertner


(1) Vgl. Wikipedia, „Interkulturelles Lernen“.

Was bedeutet interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselkompetenz

Die gängige Definition von interkultureller Kompetenz lautet:
„Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren, im engeren Sinne die Fähigkeit zum beidseitig zufriedenstellenden Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung.“ (1)


 Um es praktischer zu machen, greife ich gerne auf die Definition eines Verbundes mit 70 Jahren Erfahrung in interkultureller Kompetenz zurück, der Europäischen Union.


Interkulturelle Kompetenz wird in der EU als eine Schlüsselkompetenz beschrieben. Schlüsselkompetenzen sind diejenigen Kompetenzen, die alle Menschen für ihre persönliche Entfaltung, soziale Integration, Bürgersinn und Beschäftigung benötigen. (2)

Interkulturelle Kompetenz zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Die interkulturelle Kompetenz ist eine soziale und Bürgerkompetenz.
  • Sie ist eine Schlüsselkompetenz, die in einer Wissensgesellschaft für die persönliche Entfaltung, aktive Bürgerschaft, den sozialen Zusammenhalt und die Beschäftigungsfähigkeit nötig ist.
  • Sie ist kulturübergreifend, wobei Menschen kulturspezifische Kernkompetenzen entwickeln können.
  • Sie erstreckt sich auf alle Formen von Verhalten, die es Personen ermöglichen, in effizienter und konstruktiver Weise am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben und ggf. Konflikte zu lösen.
  • Sie erfordert Kenntnisse und Verständnis von Verhaltensregeln und Umgangsformen, die in unterschiedlichen Gesellschaften und Umfeldern gemeinhin akzeptiert sind.
  • Sie fördert das Bewusstsein für grundlegende Konzepte insbesondere der Bundesrepublik Deutschland und der EU in Bezug auf Einzelpersonen, Gruppen, Arbeitsorganisationen, Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung, Gesellschaft und Kultur.
  • Sie erfordert die Fähigkeit, konstruktiv in unterschiedlichen Umgebungen zu kommunizieren, Vorurteile zu überwinden, Toleranz aufzubringen, verschiedene Standpunkte auszudrücken und zu verstehen, zu verhandeln und dabei Vertrauen aufzubauen sowie Empathie zu empfinden.
  • Sie beruht auf der Bereitschaft zur Zusammenarbeit, Selbstsicherheit und Integrität.
  • Sie setzt das Interesse des Einzelnen an interkultureller Kommunikation voraus

Und diese persönlichen Eigenschaften korrelieren mit der effektiven interkulturellen Kompetenz:

  • Fähigkeit, Persönliches und Berufliches auseinanderzuhalten
  • Fähigkeit, Vertrauen zu gewinnen und Empathie zu empfinden
  • Fähigkeit, die eigenen negativen Emotionen wie Ärger zu steuern und konstruktiv zu handeln
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbsteinsicht
  • Verständnis für die Andersartigkeit der internationalen Kommunikation
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten, das eigene Verständnis der unterschiedlichen kulturellen Ansichten zu zeigen, sowie die Bereitschaft, Meinungen und Ideen zu teilen
  • Fähigkeit zu verhandeln, um einen Konsens zu erreichen

 Interkulturelle Kompetenz ist kulturübergreifend und nicht kulturspezifisch.


Sie wurzelt im kulturellen Bewusstsein, dem sogenannten Cultural Awareness. Die interkulturelle Kompetenz ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Freilich kann jeder seine kulturellen Fähigkeiten ausbauen und kulturspezifische Kernkompetenzen entwickeln.

 

 

(1) Vgl. Wikipedia
(2) Vgl. Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 18. Dezember 2006 zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen (2006/962/EG)

 

Interkulturelles Management

Interkulturelles Management ist ein Teilaspekt des internationalen Managements

Das Unternehmen ist der Ort des Zusammenwirkens von Menschen, oft über Länder- und Kulturgrenzen hinweg, in einem geregelten Rahmen, z.B. in Form einer Fusion oder Kooperation auf Managementebene, zwecks Entwicklung und Produktion, Verbesserung und Vertrieb eines Produktes oder einer Dienstleistung. Ungeachtet aller Schwierigkeiten aufgrund von Unterschieden in Sprache und Arbeitsstil oder wegen Differenzen im Rollenverständnis, der Vorstellung von Hierarchie, der Art aufzutreten oder sich zu behaupten, unterstreicht interkulturelles Management die positiven Aspekte der Internationalisierung.


 Interkulturelles Management fördert entscheidend die konstruktive Zusammenarbeit im internationalen Kontext sowie die nachhaltige Präsenz auf Märkten im In- und Ausland.


Eine Definition aus der Literatur

„Unter Interkulturellem [sic] Management (siehe auch internationale Personalentwicklung) versteht man die Führung einer aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammengesetzten Belegschaft so, dass sie durch ihre Vielfältigkeit (Diversity) und das damit verbundene Potenzial zur Wertschöpfung eines Unternehmens beiträgt. Interkulturelles Management soll Mitarbeiter dazu befähigen, in einem internationalen Unternehmen Verantwortung zu übernehmen und neue Marktchancen zu erschließen. Dies ist eine permanente Herausforderung für die Personalentwicklung, denn viele Unternehmen, vor allem international agierende, müssen sich mit der Integration von Mitarbeitern unterschiedlicher Kulturen befassen. Aus einer interkulturell orientierten Corporate Identity ergibt sich zudem eine positive Imagewirkung für das Unternehmen. Durch ein interkulturell orientiertes Unternehmenshandeln steigen die Mitarbeitermotivation und die Identifikation mit dem Unternehmen.“ (1)

Wann führt ein Unternehmen interkulturelles Management ein?

Ein Unternehmen führt interkulturelles Management ein, wenn in der Unternehmensführung bzw. in der Organisation ein Bewusstsein für durch Internationalisierung hervorgerufene Veränderungen in der Organisation oder in der Art der Markterschließung entsteht oder vorhanden ist.

Je größer die Differenzen in der Geschäftspartnerschaft bei Schlüsseldimensionen, wie Sprache, Weltanschauung, politische Systeme, Gesellschaftsordnung, aber auch Hierarchieverständnis und Grad des Individualismus, desto sinnvoller ist es für ein Unternehmen bzw. die Geschäftspartner, sich deren mögliche Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zu überlegen. Anschließend können begleitende strukturierte und schlüssige Maßnahmen ausgelotet, konzipiert und umgesetzt werden.

Best-Practice-Berichte aus Seminaren, Literatur und den Medien liefern hier erste Hinweise auf erfolgreiche Vorgehensweisen von Mitbewerbern bzw. erfahreneren Unternehmen und internationalen Organisationen im Internationalisierungsprozess sowie bei der Einführung eines interkulturellen Managements.


 Auch die OECD, die EU, DIW-Berlin sowie das DIW SOEP (Sozio-ökonimisches Panel) stellen ihren Erfahrungsschatz zur Verfügung und sind generell eine wertvolle Informationsquelle.


Rolle und Instrumente des interkulturellen Managements

Interkulturelles Management betrifft zahlreiche Ebenen in der Unternehmensorganisation. Oft gründet es in der vielversprechenden Absicht einer Zusammenarbeit über Länder- und Kulturgrenzen hinweg, i.d.R., um Kompetenzen oder Marktanteile durch eine Übernahme einzukaufen oder Wissen in einer Kooperation oder Joint Venture zusammenzulegen. Spätestens auf der zweiten Managementebene entsteht die Frage nach operativen Maßnahmen im Tagesgeschäft. Moderierte Veranstaltungen helfen bei der Arbeitsorganisation und beim Ausloten der besten Kommunikations- und Entscheidungswege in der neu geschaffenen Struktur. Dabei tragen Rollenverteilung, eine gemeinsame Sprache, rechtliche Aspekte wie Compliance-Regeln sowie Managementinstrumente dazu bei, bestehende Reibungsflächen zu glätten sowie eine konstruktive und konsensgeprägte Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Interkulturelles Management sichert Wettbewerbsvorteile durch die Steuerung internationaler Schlüsselkompetenzen

Um die Zielerreichung des Unternehmens international zu sichern, fördert interkulturelles Management u.a. die interkulturelle Kompetenz sowohl auf der Organisations- als auch auf der individuellen Ebene.
Durch Steuerungsmaßnahmen sichert und verbessert es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. So fördert es einerseits die interkulturelle Unternehmenskompetenz durch Angleichen von Fähigkeiten und Personalressourcen an internationale Unternehmensziele. Personalplanung, Auswahlverfahren, Gap-Analyse und Weiterbildungsmaßnahmen spielen hier eine wesentliche Rolle. Andererseits beugt es Lenkungsstörungen im Betrieb vor, die aus der interkulturellen Zusammenarbeit entstehen können. Interkulturelle Kompetenz lässt sich persönlich bilanzieren und durch Coaching verbessern.

(1) Jahrbuch Personalentwicklung, online unter: https://www.personalwirtschaft.de/produkte/hr-lexikon/detail/interkulturelles-management.html.