Interkulturelles Management

Interkulturelles Management ist ein Teilaspekt des internationalen Managements

Das Unternehmen ist der Ort des Zusammenwirkens von Menschen, oft über Länder- und Kulturgrenzen hinweg, in einem geregelten Rahmen, z.B. in Form einer Fusion oder Kooperation auf Managementebene, zwecks Entwicklung und Produktion, Verbesserung und Vertrieb eines Produktes oder einer Dienstleistung. Ungeachtet aller Schwierigkeiten aufgrund von Unterschieden in Sprache und Arbeitsstil oder wegen Differenzen im Rollenverständnis, der Vorstellung von Hierarchie, der Art aufzutreten oder sich zu behaupten, unterstreicht interkulturelles Management die positiven Aspekte der Internationalisierung.


 Interkulturelles Management fördert entscheidend die konstruktive Zusammenarbeit im internationalen Kontext sowie die nachhaltige Präsenz auf Märkten im In- und Ausland.


Eine Definition aus der Literatur

„Unter Interkulturellem [sic] Management (siehe auch internationale Personalentwicklung) versteht man die Führung einer aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammengesetzten Belegschaft so, dass sie durch ihre Vielfältigkeit (Diversity) und das damit verbundene Potenzial zur Wertschöpfung eines Unternehmens beiträgt. Interkulturelles Management soll Mitarbeiter dazu befähigen, in einem internationalen Unternehmen Verantwortung zu übernehmen und neue Marktchancen zu erschließen. Dies ist eine permanente Herausforderung für die Personalentwicklung, denn viele Unternehmen, vor allem international agierende, müssen sich mit der Integration von Mitarbeitern unterschiedlicher Kulturen befassen. Aus einer interkulturell orientierten Corporate Identity ergibt sich zudem eine positive Imagewirkung für das Unternehmen. Durch ein interkulturell orientiertes Unternehmenshandeln steigen die Mitarbeitermotivation und die Identifikation mit dem Unternehmen.“ (1)

Wann führt ein Unternehmen interkulturelles Management ein?

Ein Unternehmen führt interkulturelles Management ein, wenn in der Unternehmensführung bzw. in der Organisation ein Bewusstsein für durch Internationalisierung hervorgerufene Veränderungen in der Organisation oder in der Art der Markterschließung entsteht oder vorhanden ist.

Je größer die Differenzen in der Geschäftspartnerschaft bei Schlüsseldimensionen, wie Sprache, Weltanschauung, politische Systeme, Gesellschaftsordnung, aber auch Hierarchieverständnis und Grad des Individualismus, desto sinnvoller ist es für ein Unternehmen bzw. die Geschäftspartner, sich deren mögliche Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zu überlegen. Anschließend können begleitende strukturierte und schlüssige Maßnahmen ausgelotet, konzipiert und umgesetzt werden.

Best-Practice-Berichte aus Seminaren, Literatur und den Medien liefern hier erste Hinweise auf erfolgreiche Vorgehensweisen von Mitbewerbern bzw. erfahreneren Unternehmen und internationalen Organisationen im Internationalisierungsprozess sowie bei der Einführung eines interkulturellen Managements.


 Auch die OECD, die EU, DIW-Berlin sowie das DIW SOEP (Sozio-ökonimisches Panel) stellen ihren Erfahrungsschatz zur Verfügung und sind generell eine wertvolle Informationsquelle.


Rolle und Instrumente des interkulturellen Managements

Interkulturelles Management betrifft zahlreiche Ebenen in der Unternehmensorganisation. Oft gründet es in der vielversprechenden Absicht einer Zusammenarbeit über Länder- und Kulturgrenzen hinweg, i.d.R., um Kompetenzen oder Marktanteile durch eine Übernahme einzukaufen oder Wissen in einer Kooperation oder Joint Venture zusammenzulegen. Spätestens auf der zweiten Managementebene entsteht die Frage nach operativen Maßnahmen im Tagesgeschäft. Moderierte Veranstaltungen helfen bei der Arbeitsorganisation und beim Ausloten der besten Kommunikations- und Entscheidungswege in der neu geschaffenen Struktur. Dabei tragen Rollenverteilung, eine gemeinsame Sprache, rechtliche Aspekte wie Compliance-Regeln sowie Managementinstrumente dazu bei, bestehende Reibungsflächen zu glätten sowie eine konstruktive und konsensgeprägte Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Interkulturelles Management sichert Wettbewerbsvorteile durch die Steuerung internationaler Schlüsselkompetenzen

Um die Zielerreichung des Unternehmens international zu sichern, fördert interkulturelles Management u.a. die interkulturelle Kompetenz sowohl auf der Organisations- als auch auf der individuellen Ebene.
Durch Steuerungsmaßnahmen sichert und verbessert es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. So fördert es einerseits die interkulturelle Unternehmenskompetenz durch Angleichen von Fähigkeiten und Personalressourcen an internationale Unternehmensziele. Personalplanung, Auswahlverfahren, Gap-Analyse und Weiterbildungsmaßnahmen spielen hier eine wesentliche Rolle. Andererseits beugt es Lenkungsstörungen im Betrieb vor, die aus der interkulturellen Zusammenarbeit entstehen können. Interkulturelle Kompetenz lässt sich persönlich bilanzieren und durch Coaching verbessern.

(1) Jahrbuch Personalentwicklung, online unter: https://www.personalwirtschaft.de/produkte/hr-lexikon/detail/interkulturelles-management.html.